Andacht

Liebe Leserin, lieber Leser!
Manchmal gleicht unser Leben einer gut organisierten, geplanten Abfolge von Dominosteinen. Wir planen alles gut durch, die Termine stehen im Kalender. Alles ist getaktet. Schließlich soll es ja „wie am Schnürchen laufen“.
Gilt das auch für Advent und Weihnachten? Die Feiern in der Firma und im Familienkreis finden wie gewohnt statt. Die Feierlichkeiten daheim werden sorgfältig vorbereitet. Der Gottesdienst an Heiligabend gehört dazu.
Gott wird eingetaktet in unsere Feiern.
Doch was passiert, wenn er sich nicht an unseren Plan hält? So wie damals. Die schwangere Maria musste mit ihrem
Verlobten nach Bethlehem reisen - kurz vor dem Geburtstermin. Die Hirten auf dem Feld erwarteten eine ruhige Nacht bis ein Engel verkündete: „Fürchtet euch nicht! Euch ist heute der Heiland geboren.“
Weihnachten ist so eine Unterbrechung: Aus der Hektik des Alltags heraus und hinein in das geschmückte Wohnzimmer mit Kerzenschein und Plätzchenduft. Feste sind immer eine Unterbrechung.
Und Weihnachten kann zu einer heilsamen Unterbrechung werden, wenn Gott Sie unterbrechen darf. Der, der damals als Kind in der Krippe zur Welt gekommen ist, Gottes Sohn Jesus, will Sie unterbrechen. Er unterbricht Sie und sagt: „Ich will bei dir sein. Du musst nicht irgendein Programm abspulen, um dich zu beschäftigen, sondern du sollst zur Ruhe kommen. Ich, der ich die Zeit geschaffen habe, habe dir die Ewigkeit ins Herz gelegt. Lass dich unterbrechen, damit du wieder zu dir kommst. Lass dich unterbrechen und komme zu mir.“
Ich wünsche Ihnen eine solche heilsame Unterbrechung durch Gott, gerade in dieser Advents- und Weihnachtszeit!
Ihr Pfarrer Frank Knausenberger